
Kronen Zeitung
WAC DROHT DER ABSTIEG
„Dass man so abrutschen kann, ist unbegreiflich“
„Dass man so abrutschen kann in einer Saison mit so einer Mannschaft, ist unbegreiflich“, schüttelte Wolfsbergs Nicolas Wimmer nach der 0:3-Klatsche gegen Blau-Weiß Linz den Kopf. Ein Jahr nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte droht den Lavanttalern der Abstieg in die zweite Liga.
Noch ehe sich der Cup-Triumph zum ersten Mal jährt, ist der WAC vorerst ganz unten angekommen. Beim bisherigen Bundesliga-Schlusslicht in Linz gingen die Kärntner als 0:3-Verlierer vom Platz. „Blau-Weiß hat uns vorgezeigt, was es heißt, eine Mannschaft zu sein“, schilderte Verteidiger Nicolas Wimmer die vermeintlich größte Baustelle. Bei noch vier ausstehenden Runden wird die Perspektive für den nun einen Punkt im Hintertreffen liegenden WAC zunehmend düster.
„Sehr gefährliche Situation“
Nicht zuletzt der als Feuerwehrmann geholte Thomas Silberberger sah nach der neunten Auswärtsniederlage und dem schon zwölften sieglosen Ligaspiel jeweils in Folge eine „sehr gefährliche Situation“. Seine Mannschaft hänge in den Seilen, räumte der Trainer in der ersten Enttäuschung ein. „Wenn ich ehrlich bin, spricht nicht viel für uns.“ Seit 2012/13 spielt der frühere Dorfklub im Bundesliga-Oberhaus – eine Mitgliedschaft, die keine zwölf Monate nach dem größten Vereinserfolg akut wackelt.
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„Dass man so abrutschen kann in einer Saison mit so einer Mannschaft, ist unbegreiflich“, meinte Wimmer im Sky-Interview. Anders als zuletzt richteten sich die diversen Mannschaftsteile in Linz nicht gegenseitig via Medien Versäumnisse aus. Ein Teamevent mit Vollkontakt im Training, um so manche interne Spannung abzubauen, trug im Vorfeld der Partie aber auch keine Früchte. „Es bringt nichts, jede Woche draufzuhauen“, sagte Wimmer ernüchtert. „Wir müssen uns um 180 Grad drehen und schauen, dass wir da unten irgendwie rauskommen.“
Linzer haben das „Momentum“
Der Formtrend spricht längst für die nun einen Punkt voran liegenden Linzer. „Das Momentum ist definitiv auf unserer Seite, aber es bedeutet nichts, es ist noch nicht vorbei“, sagte Nico Maier, der Doppeltorschütze von Blau-Weiß am Dienstag. Er blickte „vier Finalspielen“ entgegen. Auch Shon Weissman, der das 1:0 gegen seinen Ex-Klub verhalten zelebrierte, warnte: „Es ist noch nichts erreicht. Wir müssen um jeden weiteren Punkt fighten.“
Blau-Weiß-Coach Michael Köllner ging im Understatement sogar noch weiter. „Wir haben nur die Optik verbessert in der Tabelle“, sagte der Bayer, der mit seinem Team in der Qualigruppe zehn Punkte geholt hat. Dem gegenüber stehen drei des WAC. Man habe eine gute Balance gefunden, stellte Köllner fest. „Es ist toll, dass wir viele Tore schießen, aber Defensive ist der Garant. Es ist auch wichtig, dass unser Torhüter die Qualität zeigt. Wir haben es geschafft, über mehrere Spiele die Null zu halten, Tore machen können wir immer.“
Den Abstiegskampf zu einem Duell auszurufen, wäre verfrüht. Für den GAK und die WSG Tirol könnte es ebenfalls noch ungemütlich werden. Vier Punkte beträgt der Polster des gleichauf liegenden Duos auf den WAC. Die WSG teilte mit Altach erneut die Punkte (0:0) und hat in der Qualigruppe bisher nur gegen den WAC gewonnen. Der GAK ist nach einem 1:2 in Ried auch drei Spiele sieglos.
GAK schaut nach unten, Ried nach oben
Für Ferdinand Feldhofer geht der Blick wieder Richtung Tabellenende. „Für uns ist klar, dass wir nicht nach oben schauen brauchen, sondern nur nach unten. Das schärft die Sinne“, sagte der GAK-Trainer nach einer schwachen Vorstellung seiner Truppe im Innviertel. Die Rieder zogen indes wieder an Altach vorbei und führen vier Spiele vor Saisonende die Qualigruppe mit einem Vorsprung von zwei Punkten an. „Die Tabelle lügt nicht, es ist hochverdient“, sagte SVR-Coach Maximilian Senft.
Außerdem habe sein Team die Tür zum großen Saisonziel (Klassenerhalt, Anm.) ganz weit aufgestoßen, betonte Senft angesichts des Neun-Punkte-Polsters auf den WAC. Im Innviertel darf auch wieder vom Europacup geträumt werden. „Träumen dürfen und sollen alle. Ich bin ein großer Verfechter davon, dass viel geträumt wird“, sagte Senft, dessen Mannschaft gute Karten auf einen Platz im Europacup-Play-off hat. Nachsatz: „Wir werden uns darauf konzentrieren, dass wir die WSG schlagen.“
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Bild: APA/EXPA

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